Platte des Monats 2017 - Plattensammeln - das schwarze Gold der Musikfreunde

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Platte des Monats 2017

Platte des Monats
Jeden Monat wählt die Redaktion des Oldie-Marktes eine Platte zur "Platte des Monats ...
Jahrgang 2017
AusgabeTextPlattenconver
04-17
 
Mit Fearless schaffen Pride Of Lions im sechsten Anlauf  ein pergektes Melodic Rock-Album.
 
Wenn man einen Rockmusiker als Routinier bezeichnen kann, dann ist es Jim Peterik. Mit 16 Jahren begann er seine Karriere mit den Ides Of March, die 1968 einen Nr.-2-Hit in den USA mit Vehicle feierten. Allerdings ließ der Erfolg nach und 1970 war die Gruppe am Ende. Danach versuchte sich Peterik  als Songschreiber (mit großem Erfolg)  und Solist (mit weniger großem Erfolg). Sein nächstes Projekt wurde 1978 Survivor. Diesmal war der Erfolg deutlich größer, mit den zwei Titelsongs für Filme der Rocky Balboa-Serie, The Eye Of The Tiger und Burning Heart gelangen veritable Welthits. Doch 1984 legte Peterik dieses Thema ad acta und arbeitete wieder als Songschreiber. Erst als er den Sänger Toby Hitchock traf, der zwar beim US-Gegenstück von Deutschland sucht den Superstar, American Idol, nur den zweiten Platz belegte, für Peterik aber genau die richtige Stimme hatte, beschloss er, mit ihm die Band Pride Of Lions zu gründen, die 2003 das erste Album vorlegte. Von Anfang an brachte man eine Musik, die auf der Schnittstelle zwischen Hard- und Melodic Rock lag.  Vor der Produktion von Fearless hörte sich Peterik noch einmal alle Alben des Duos an und analysierte die Fehler. Das hat geholfen. Dies ist die erste CD der beiden, die keinen Schwachpunkt besitzt, aber dafür Songs wie All I See Is You, In Caricature, den Titelsong, Freedom In Your Eyes, The Light In Your Eyes, Faster Than A Prayer oder Unmasking The Mystery, die in einer gerechteren (Musik)Welt alle Hits werden würden. Selten, falls überhaupt, hat Peterik je so viele gute Songs auf einmal geschrieben. mvr
 

 
Frontiers FR CD 768 / Soulfood
02-17
 
Jennie Abrahamson schafft auf Reverseries die Verbindung zwischen Kate Bush und elektronischem Pop.
So häufig ist es in der Popmusik nicht, dass eine Künstlerin oder ein Künstler mit seinem Debüt Maßstäbe setzt. Kate Bush gelang das 1978 mit der Single Wuthering Heights und dem Album The Kick Inside. Ihre hohe Stimme, ihre ziselierten Arrangements und die feinen Melodien - so etwas hatte man bis dahin nicht gehört. Jetzt hat sie eine Nachfolgerin gefunden. Jennie Abrahamson aus Schweden benützt einige Elemente ihres Vorbildes, um ihren eigenen Klang zu definieren. Im Vordergrund steht die hohe und doch kräftige Stimme der Skandinavierin, doch das ist nur ein Element ihrer Musik. Genauso wichtig sind die elektronischen Tasteninstrumente, die  Johannes Berglund beisteuerte, der die Platte mit ihr herstellte. Und zum dritten schrieb Abrahamson neun der 10 Tracks, abgesehen von Lift Me Up, das Bruce Springsteen verfasst hat. Ihre Musik ist Pop und das bedeutet, dass sie für gute Melodien zu sorgen hat. Genau das hat sie getan und nicht nur das: Sie besitzt auch noch eine Stimme, die an Kate Bush erinnert und die sie genau so einsetzt, dass nie der Eindruck zum einen der Imitation und zum zweiten der Gleichförmigkeit entsteht. Vor allem aber hat sie es geschafft, die Hintergründe auf die Melodien abzustimmen. Deswegen wird die Platte nie langweilig, sondern jeder Song kann für sich stehen. Das ist ausgezeichneter Pop von einem echten Original, das zudem eine ausgezeichnete Songschreiberin ist. Ihr gelang der Spagat zwischen der Erinnerung an eine große Stimme und ihre Integration in die eigene Musik. mvr
 

How Sweet The Sound / Indigo 323075
02-17
Mit Resonate knüpft Glenn Hughes an seine besten Soloplatten in den 90er Jahren an.
Eine gute Stimme zu haben, ist in der Rockmusik schon die halbe Miete. Aber wenn
man dann noch ein Instrument beherrscht und starke Songs schreiben kann, steht einem die Welt offen. Glenn Hughes aus Cannock in der Grafschaft Staffordshire ist seit Trapeze einen weiten Weg gegangen, der ihn durch zahlreiche Bands und Soloprojekte geführt hat. 2016 kehrt er auf Resonate zu dem Sound zurück, der ihn in den 90er Jahren dank solcher Alben wie Addiction oder Feel zu einem Original werden ließ: Er mixte harten Rock mit Elementen der Soulmusik und schrieb dazu Lieder, die diesen Klang absolut passgenau umsetzten. Das ist ihm jetzt mit seiner Tourband um Gitarrist Soren Andersen, Schlagzeuger Pontus Engborg und dem neuen Keyboarder Lachy Doley gelungen. Das liegt natürlich vor allem an den Songs, die seiner Stimme den Hintergrund geben, um aufzutrumpfen. Es beginnt mit dem an Heavy Metal erinnernden Heavy, dreht dann etwas zurück bei My Town und weist auch noch so schöne Balladen wie Let It Shine vor. Dass seine Stimme nach wie vor eine der besten in der gesamten Rockmusik ist, muss man nicht besonders ausführen. Aber auf dieser Produktion glänzt sie einmal mehr sowohl bei den harten Rockern als auch in den gefühlvollen Liedern, wo Hughes manchmal eine Sensibilität beweist, die ihm eine Zeit lang abging. Diese CD darf man getrost auf eine Stufe mit seinen Klassikern stellen und es ist schön festzustellen, dass er nach wie vor die Kreativität für solch ausgezeichnete Kompositionen besitzt, wie sie sich hier finden. mvr

Frontiers FR CD 758 / Soulfood
01-17
Mit Rejoice! I´m Dead! hält die aktuelle Besetzung von Gong das Labenswerk von Daevid Allen aufrecht.
Wenn man das Genre Hippiemusik definieren wollte, könnte man auch einfach das
hernehmen, was Gong über die Jahrzehnte hergestellt hat. Gegründet von Daevid Allen nach seinem Ausstieg bei Soft Machine und am Leben gehalten von dem Schlagzeuger Pierre Moerlen, nahm irgendwann Daevid Allen wieder der Gruppen-Namen für seine Kreationen. Doch nach seinem Tod müsste diese Phase ja eigentlich zu Ende sein - Pustekuchen. Der Gitarrist und Sänger Kavus Terabi hat das Erbe des gebürtigen Australiers hoch gehalten und legt jetzt mit seinen Kollegen ein Album vor, dass das Beste der vorangegangenen Formationen bündelt und gleichzeitig neue Wege beschreitet. Zwar ist der Jazzrock, der in den 70er und 80er Jahren das Rückgrat des Klangs der Band war, nicht mehr so stark vertreten, aber dafür gibt es Songs, die an solche Klassiker wie Wingful Of Eyes vom Album Shamal anknüpfen. Es kommt nicht von ungefähr, dass ehemalige Musiker der Band wie Didier Malherbe oder Steve Hillage hier mitgewirkt haben, denn das Sextett, das diesen Namen jetzt trägt, musiziert im Geist der originalen Gruppe. Nur ist der Mix inzwischen etwas moderner. Es gibt sowohl süffigen Rock wie im Titelstück oder Model Village, aber auch instrumentale Passagen wie bei Matrix oder Visions. Gleichzeitig ist das gute Rockmusik. Die abgedrehten Passagen, die vor allem die frühen Platten prägten, gehören der Vergangenheit an. Gong 2016 ist nur noch eine Musikband, dafür aber eine richtig gute. Daevid Allen wäre stolz auf diese Weiterentwicklung seiner Idee. mvr

Stony Plain / In-akustik 0671391
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