Platte des Monats 2016 - Plattensammeln - das schwarze Gold der Musikfreunde

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Platte des Monats 2016

Platte des Monats
Jeden Monat wählt die Redaktion des Oldie-Marktes eine Platte zur "Platte des Monats ...
Jahrgang 2016
AusgabeTextPlattencover
12-16
 
Ronnie Earl hat mit Maxwell Street eines der besten Alben seiner langen Karriere hergestellt.
 
Man kann sich fragen, ob solche Karrieren wie die des 1953 im New Yorker Stadtteil Queens als Ronald Horvath geborenen Gitarristen und Songschreibers Ronnie Earl nur im Blues möglich sind, aber Künstler wie die Rolling Stones oder Leonard Cohen beweisen das Gegenteil. Auf jeden Fall war es früher das Kennzeichen der Bluesmusiker, dass sie ihre Musik spielten bis sie in den Sarg hüpften. Ronnie Earl hat bereits eine ellenlange Karriere von dem Zeitpunkt hinter sich, als er sein Studium an der Universität von Boston  abbrach, um Musik zu machen. Spätestens, als er sich 1979 Roomful Of Blues anschloss, wurde sein Name international bekannt und deswegen machte er sich bereits in den frühen 80er Jahren mit den Broadcasters selbständig. Seitdem hat er viel erlebt, überwand sein Drogen- und Alkoholproblem und besiegte auch Ende des 20. Jahrhunderts seine manische Depression. Heute ist er gesund und spielt so gut wie selten zuvor. Diese CD demonstriert nicht nur sein stupendes Können als Gitarrist, sondern auch das des Songscheibers. Denn erstmals hat er eine CD gleichermaßen aus Instrumentals und Songs angefertigt, wobei bei letzeren die Sängerin Diane Blue half. Die Eleganz und Melodik der oft jazzigen Instrumentals kontrastiert äußerst reizvoll mit den souligen Songs, die der CD einen Tritt in den Hintern geben. Die Mischung macht es und deswegen ist die Produktion von Ronnie Earl für das kanadische Label Stony Plain nach vierzig Jahren aktiven Musiklebens seine beste geworden. mvr
 

 
Stony Plain / In-akustik 0671391

11-16
Mit seinem vierten Album hat Laurence Juber eine heraus-ragende Bluesrock-CD produziert.
Die Rolle des Produzenten wird oft unterschätzt. Zwar mag es durchaus Produktionen geben, wo er mehr oder weniger unbeteiligt die Technik regelt, aber viel häufiger ist der Fall, dass er maßgeblich für die Qualität einer Platte verantwortlich zeichnet. Deswegen bemühte sich der englische Gitarrist, Sänger und Songschreiber Laurence Juber so darum, Mike Vernon für sein nächstes Album zu gewinnen, weil er sich davon einen Qualitätssprung erhoffte. Er hatte recht: Take Me High beweist, was ein Produzent aus einer Platte machen kann. Natürlich liegt das Ergebnis vor allem an Juber selbst, der in allen seinen Funktionen Herausragendes leistet. Hier gibt es eine Fülle ausgezeichneter Lieder zwischen Blues und Rock, genauso finden sich packende Soli des Mannes und als Sänger wird er seinen Vorlagen mehr als gerecht - aber ob das auch so gut geklappt hätte, wenn hinter der Scheibe nicht eine der Legenden des Bluesrock gestanden wäre, ist zweifelhaft. Denn Vernon hatte nicht nur die Idee, Juber dazu aufzufordern, so zu spielen, als würde er vor einem Publikum stehen, sondern er frischte in der Nachbearbeitung auch den Klang des Ganzen noch einmal so auf, dass ihn sein Klient kaum wieder erkannte. Beide Faktoren führten zu einer ausgezeichneten Bluesrock-CD, zu der auf einem Track auch Paul Jones auf der Mundharmonika seinen Beitrag leistete. Manchmal reichen eben die klassischen Stilmittel, um eine herausragende Produktion anzufertigen. mvr

Ruf / In-akustik 0621234
10-16
 
Mit ihrem Erstling haben The Souls aus der Schweiz eine starke Rockplatte vorgelgt.
 
Es gibt keine gute Rockmusik ohne Emotionen. Sie mag unterkühlt sein oder hitzig - aber ohne Gefühle gibt es keinen Rock. Daran sollte man eine CD messen und das gilt auch für The Souls aus der Schweiz, die 2013/14 drei EPs mit den Titeln Yellow, Purple und Green vorlegten, ehe sie im Frühjahr 2015 nach einer US-Tour in Los Angeles ins Studio gingen, wo sie Eyes Closed unter der Ägide des Produzenten Greg Collins, der auch schon U 2, The Eeels und No Doubt betreut hat, einspielten. Und es ist ein ausgezeichnetes Rock-Album geworden, das zum Einen von den Fähigkeiten des Sängers Jay Messerli und zum Anderen von den Songschreib-Fähigkeiten der ganzen Gruppe profitiert hat, wobei bei etlichen Kompositionen auch Greg Collins partizipierte. Das ist guter, poppiger Rock geworden, bei dem die Melodien genauso im Mittelpunkt stehen wie der Sänger und die Instrumentalisten. Was die Schweizer vor allem auszeichnet, ist ihr Gefühl für griffige Melodien. Ob Close My Eyes, Run Baby Run oder Promised Land - wie sie die Lieder aufbauen, die melodischen Teile ebenso entwickeln wie die Instrumentals vor allem von Gitarrist Luk Kipfer, das hat Klasse, die weit über die Schweiz hinausweist. Der Trip nach Los Angeles hat sich auch deswegen ausgezahlt, weil man dort eine Produktion erhielt, die absolut modern und zeitlos ausgefallen ist. Der Klang ist beeindruckend und bringt diesen typischen, warmen Rock-Sound, den man bei vielen modernen Platten leider nicht mehr hört. Fraglos haben The Souls, die man zuhause bis vor kurzem noch als Undiscovered Soul kannte, mit diesem Album einen echten Hit gelandet. mvr
 

 
Deepdive Records / H´art
09-16
 
Beat Hotel beweisen mit Fast Forward, dass man auch 2016 noch Beatmusik spielen kann.
Sicher: Die Beatmusik fand in einer Zeit statt, die 50 Jahre später als naiv und verwunschen gelten mag, aber das ist natürlich eine typische Sicht der Generation danach. Tatsächlich wäre ohne den Rock´n´Roll in den USA und den Beat in Europa nie die Jugendbewegung entstanden, die den Muff von 1000 Jahren nicht nur aus den Talaren, sondern vor allem aus der Gesellschaft schüttelte, die geglaubt hatte, sie könnte nach dem zweiten Weltkrieg einfach so weitermachen und das Furchtbare, was geschehen war, unter den Teppich kehren. Deswegen ist der Beat immer noch eine Erinnerung an das, was passieren kann,wenn Musik eine Generation aufmischt. Beat Hotel aus München besteht jetzt seit 20 Jahren und legt zum 20-jährigen Jubiläum mit Fast Forward ein Album vor, das beweist, dass ein Stil in Würde altern kann. Natürlich ist das durchaus aktuelle Musik, die das Quartett um ihren Songschreiber, Sänger und Gitarristen Fredrik Forsberg spielt, aber vom Opener I Feel Good an ist das ebenso klar vom Beat beeinflusster Poprock, den das Quartett da spielt. Da bräuchte es keine Coverversion eines der schönsten Beatles-Songs Eleanor Rigby, sondern es reicht das Feeling des Materials. Alleine die ersten vier Lieder, neben dem oben erwähnten Dorothy Cries, High Class Lover und Going Round, wären eine ideale erste Seite einer LP gewesen. Doch das eigentliche Kunststück ist, dass Forsberg das Niveau dieser Suite hält und auch danach noch solche Kracher wie Superman Is Coming, Walking Down Trouble Road oder Last Minute On Earth geschrieben hat. Das ist eine Platte, die einfach Spass macht. mvr

 
Dr. Evil Records EB 16101
08-16
 Auf ihrem zweiten Album Hair Of The Dog bringen die Briten von Monument klassischen Heavy Metal.

 In den 80er Jahren machte sich in Großbritannien eine Fülle von Bands auf, den schal gewordenen Heavy Metal wieder zu beleben – die New Wave Of British Heavy Metal war geboren, die mit ihren Protagonisten wie Iron Maiden, Saxon oder Diamond Head das Genre erneuerte und bis heute Triumphe feiert, weil man sich stilistisch weiter entwickelte und – wie das Beispiel Iron Maiden zeigt – heute fast mehr im harten progressiven Rock denn im Heavy Metal zuhause ist. Eine Zeit lang geriet der klassische Sound aufgrund der Aufsplitterung des Stils in kleine Einzelteile in Vergessenheit,  doch Monument um den Sänger und Songschreiber Peter Ellis rufen ihn wieder ins Gedächtnis zurück. Jeder, der in den letzten Jahrzehnten vergessen hat, wie sich die klassischen Bands einmal angehört haben, sollte es mit den fünf Landsleuten versuchen, die klingen, als ob sie mit einer Zeitmaschine zurück in die 80er Jahre gesprungen wären. Natürlich findet sich eine Ballade ebenso wie leichte progressive Elemente, aber entscheidend ist, dass die Songs stimmen und das tun sie absolut. Hier steht eine neue Band, die alles richtig gemacht hat, deren Gitarristen Dan Baune und Lewis Stephens genauso fetzen wie die grundsolide Rhythmus-Sektion um Bassist Daniel Bate und Schlagzeuger Giovanni Durst. Allem aber setzt Peter Ellis die Krone auf, der schon mit White Wizard  sein Glück versucht hat. Hier ist er richtig und produziert Heavy Metal aus der Vergangenheit, der in die Moderne verweist. Das ist einfach grundgute Mucke, die das Quintett macht und dafür sollte man ihm dankbar sein. mvr
 

Rock Of Angels ROAR 1603 / Soulfood
07-16
 
Mit seinem dritten Solo-Album demonstriert Brian Parrish seine Fähigkeiten als Sänger und Songschreiber.

 
Einmal Musiker – immer Musiker. Selten trifft der Spruch so auf ein Leben zu wie auf das von Brian Parrish, der in den 60er Jahren mit New York Library  und den Londoners Beatmusik machte und im Star-Club auftrat, wo er auch mit Jerry Lee Lewis und Gene Vincent spielte. Danach ging er zurück nach England, wo er im Duett mit Adrian Gurvitz, Badger und als Solist arbeitete. Danach schlug er sich recht erfolgreich als Songschreiber und Musiker durch, ehe er in den 90er Jahren einen Gehirntumor erlitt, den er aber völlig auskurieren konnte. 2007 erschein sein letztes Album Embassy, ehe er jetzt mit Traveller sein Meisterwerk veröffentlicht hat. Das ist Poprock auf einem sehr hohen Niveau, der sowohl abwechslungsreich ist wie 13 Songs besitzt, von denen jeder absolut exquisit ist. Sowohl als Sänger, der teilweise nach Eric Clapton klingt wie auf Slow Riding, als auch als Musiker demonstriert Brian Parrish, welche Qualität er besitzt. Dazu mag natürlich beigetragen haben, dass er 9 Jahre mit dieser Produktion gewartet hat. Diese Wartezeit kam der Platte zugute. Denn so konnte er aus einer Vielzahl von Liedern die besten aussuchen und die dann für diese CD hernehmen. Dazu kommt das Konzept der Platte, die aussagt, dass wir alle auf einer Reise durch das Leben sind. Mit seinen zahlreichen Gastmusikern ist ihm das Werk gelungen, das er wahrscheinlich sein Leben lang machen wollte. Er beweist nicht nur, dass er ein ausgezeichneter Songschreiber ist, sondern zudem ein herausragender Musiker, der seine Fähigkeiten in die Dienste des jeweiligen Stückes stellt. Mehr davon bitte. mvr

Sireena SIR 2155 / Broken Silence
06-16
 
Ihr drittes Album Diamonds And Despair präsentiert Okta Logue als vielseitige Rockband.

 
Ein Wunder ist es nicht, dass viele Bands aus der Provinz kommen. Ein guter Beweis dafür ist Okta Logue, die sich in Darmstadt gefunden haben. Die beiden Brüder Benno und Robert Herz gründeten 2007 zusammen mit dem Gitarristen Philip Meloi 2007 Zaphire Oktalogue, nachdem man zusammen im Probenraum in Griesheim gejammt hatte. Daraus entstand relativ schnell ein Album, bei dem der Keyboarder Nicolai Hildebrandt half, der 2009 dann Mitglied der Band wurde, weswegen man sich in Okta Logue umbenannte. Seitdem hat man zwei Alben veröffentlicht, im Vorprogramm von Neil Young gespielt und ist auch schon in USA aufgetreten. Doch das neue Album, das bei dem neuen Partner Virgin erschienen ist, ist ein wirklich großer Wurf geworden, weil es eine Gruppe präsentiert, die einen eigenen Klang besitzt. Stilistisch kann man die Formation zwischen progressivem Rock, alternativem Rock und Rock verorten. Was auffällt, sind die vielen gelungenen Kompositionen wie das Titelstück, Pitch Black Dark, It´s Been A While, Wasted With You oder Take It All und das sind nicht einmal alle Kompositionen mit starken Melodien und mitreißenden Instrumentalteilen. Das ist einfach gute Rockmusik, weil das Quartett nämlich immer auch rockt, wobei Gitarrist Philip Meloi kräftigen Auslauf bekommt. In Anbetracht der Tatsache, dass es hier 14 Songs gibt, die über 67 Minuten dauern, ist die Kreativität der vier Musiker wirklich umso beachtlicher. Diese Band ist eine der ganz großen Nachwuchshoffnungen der der deutschen Rockmusik und man darf auf weitere Platten des Quartetts hoffen. mvr


Virgin Universal 4774923
05-16
 
Mit Beautiful Dream unterstreicht Tom Gillam seine Ausnahmestellung unter den Singer/Songwritern.

 
Man aus Wales brachte einmal eine Platte heraus, die den Namen Many Are Called But Few Get Up trug. Und genau das trifft auf die Musikszene zu: Viele mögen berufen sein, aber nur wenige schaffen es nach oben. Tom Gillam mag ausschauen wie der Penner von nebenan, aber er schreibt eine Musik wie ganz wenige heutzutage. Mit seiner Band The Kozmic Messengers hat er jetzt eine CD vorgelegt, die alle seine Fähigkeiten und die seiner Band so gebündelt hat, dass er damit ein zeitloses Meisterwerk seines Genres geschaffen hat. Das ist nicht nur guter Rock, das sind auch noch gute Texte, die noch dazu so stilsicher und souverän vorgetragen werden, als ob das nichts Besonderes wäre. Doch genau das ist es. Man muss nicht einmal daran erinnern, wie viele weit weniger gute CDs aus diesem Lager jedes Jahr erscheinen, sondern nur daran, dass es auch in der großen Zeit des Stils nur eine Handvoll Platten gab, die dieser CD hätten das Wasser reichen können. Vor allem der Mix aus Melodik und Rock überzeugt. Gillam schrieb nicht nur herausragende Lieder, sondern bettete die auch in Arrangements ein, die immer einmal wieder ein Gitarrensolo zulassen. Zudem schuf er eine Abwechslung, die ihresgleichen sucht und die auch dem Sänger Tom Gillam ein überragendes Zeugnis ausstellen. Langeweile wird man hier sicher nicht bekommen, weil der Mix der Stücke ebenso gut gelang wie ihre musikalische Qualität. Dass er diese CD nach einer bringt, die ebenfalls bereits ausgezeichnet war, spricht für den Künstler Tom Gillam und lässt auf weitere Zugaben hoffen. mvr


Blue Rose BLU CD0676/Soulfood
04-16
 
Duel beweisen mit ihrem neuen Album Fears Of The Dead, dass Stoner Rock auch richtig hart kommen kann.
 
Texas hat nicht zu Unrecht gerade in der Rockmusik einen guten Ruf. Ob Blues, Country oder Rock: Der Lone Star State hat der populären Musik viele Talente geliefert und immer wieder hochwertige Musik präsentiert. Dieses Quartett kommt aus der Regierungshauptstadt des Staates, Austin, und schöpft seine Musik aus der Vergangenheit der Stadt – genannt sei hier nur Roky Erickson – aber auch der Zukunft. Der Klang ist den 60er und 70er Jahren geschuldet, natürlich hat die psychedelische Musik ihre Spuren hinterlassen, aber eben nicht nur: Dem Punk hörte das Quartett offensichtlich sehr aufmerksam zu. Daraus haben sie eine Mixtur hergestellt, die viel Härte bringt, aber auch Spurenelemente der 60er Jahre und des Blues enthält. Das wäre alles nicht viel, wenn sie nicht gleichzeitig richtig gute Lieder geschrieben hätten: Den Titelsong, This Old Crow, Fell To The Earth oder When The Pigs Are Fed krachen mit einer Intensität aus den Lautsprechern, dass einem angst und bange werden könnte. Zusammen mit dem Druck, den die Musik auch wegen des Grooves der Rhythm Section Shaun Avants und JD Shadowz macht, können sich die beiden Gitarristen Tom Frank und Derek Haffman so richtig schön austoben. Viele werden die CD in die Ecke Stoner Rock stellen, aber da gehört sie eigentlich nicht hin. Da sollte man sich schon eher Heavy Metal oder Hardrock überlegen. Die Qualität dieser CD spricht auf jeden Fall für sich und beweist, dass die texanische Musikszene nach wie vor zu den fruchtbarsten der Vereinigten Staaten gehört. mvr
Heavy Psych Sounds HPS 035/Cargo
03-16
 
Mit ihrem sechsten Album Roux-Ga-Roux haben DeWolff einen perfekten Mix aus Southern- und Soulrock vorgelegt.
 
Manchmal haben Promotexte auch einfach recht. Angesichts des Alters von Luka & Pablo van de Poel und ihrem Freund Robin Piso, aus denen sich DeWolff aus Holland zusammensetzt, ist es ein Hammer, dass diese CD bereits ihr sechstes Album darstellt, obwohl die drei erst 20-24 Jahre alt sind. Schon der Titelsong als Opener zeigt, wohin die Reise gehen soll, denn der klingt wie der Name der Platte auch nach Dr. John und New Orleans und so geht es weiter. Mal hört es sich wie die Allman Brothers Band an, mal wie waschechter Soulrock, bei dem man Elemente von Mother´s Finest zu hören glaubt – doch alle Stücke wurden von dem Trio geschrieben. Dass man die Einflüsse hört, bedeutet jedoch nicht, dass die Jungs abgekupfert hätten. Das ist absolut nicht der Fall. Was man hier hört, ist ihr ureigener Klang, der zwischen starken Melodien wie in Black Cat Woman, Sugar Moon, What´s The Measure Of A Man oder Lucid und vehementen Gitarreneinsätzen wie in Love Dimension oder Stick It To The Man abwechselt und zudem immer einen Groove besitzt, wie es ihn in der Rockmusik seit den Tagen der Allman Brothers Band nur selten zu hören gab. Wenn das Trio so weitermacht, hat es mit 30 Jahren schon 20 CDs auf dem Markt. Wenn sie alle die Qualität dieser Produktion hätten, dürfte sich jeder Freund der Rockmusik darüber freuen. Sicher ist, dass diese Gruppe zudem einen wichtigen Beitrag zu dem Thema geleitet hat, was man mit einer Drei Mann Besetzung alles anfangen kann. Selten hat man in den letzten Jahren einen solch groovenden, eingängigen und gleichzeitig unablässig rockenden Sound gehört. mvr

Electrosaurus Records / Cargo
02-16
 
Mit ihrem vierten Album haben die Turnpike Troubadours eine perfekte Countryrock-Platte vorgelegt.
 
Oklahoma ist in den USA der Inbegriff des Spießertums. Nicht umsonst nannte Merle Haggard einen seiner großen Hits Okie From Muskogee, um den kleinen Mann zu porträtieren. Gleichzeitig besitzt der Staat mit Tulsa eine Stadt, in der eine sehr lebendige Musikszene existiert, aus der Künstler wie J.J. Cale oder die Drive By Truckers kamen. Die Turnpike Troubadours kommen aus Bossier City von da und haben mit ihrem gleichnamigen vierten Opus eine Platte vorgelegt, die an den klassischen Countryrock erinnert, ihm jedoch gleichzeitig neue Facetten hinzufügt. So tauchen sowohl Folk- wie  
 Country-Elemente auf und genauso akustische Tracks. Doch über allem steht das herausragende Songwriting von Sänger und Gitarrist Evan Felker, der genau das Gespür für die richtige Melodie zur richtigen Zeit hat. Zudem halten die Texte geschickt Abstand zur Landseligkeit anderer Bands, sondern demonstrieren ein Bewusstsein über die Vergangenheit, das vielen anderen Künstlern gut zu Gesicht stünde. Zudem besitzt man Musiker wie den Fiddler Kyle Nix und den Gitarristen Ryan Engleman, die jeden Track mit ihren Beiträgen bereichern. Am Ende steht eine Countryrockplatte von einer Qualität, wie man sie auch in der großen Zeit des Stils Anfang der 70er Jahre nur sehr selten bekam, weil die Songs genauso stimmen wie die Arrangements wie die Beiträge der Instrumentalisten wie die Abwechslung auf der Platte. Da passt es, dass die 12 Songs bei einer Zeit von über 44 Minuten einkommen – auch das harmoniert mit den großen Jahren der Vinylplatte – mehr kann man als Fan des Stils nicht bekommen. mvr

Bossier City Records BR 03/Alive




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